Förderpreis „Duale Ausbildung“

Wir investieren in engagierte Talente

Die VerbundVolksbank OWL Stiftung macht sich stark für die duale Ausbildung. Mit dem neuen Förderpreis, der mit insgesamt 12.000 Euro dotiert ist, wollen wir dem viel diskutierten Ausbildungsweg in unserem Geschäftsgebiet zu einem positiveren Image verhelfen und wieder mehr junge Menschen für die duale Ausbildung begeistern. Damit setzen wir bewusst ein Zeichen gegen die „Entwertung“ der dualen Ausbildung. Schließlich hat das duale Ausbildungssystem Vorbildfunktion in der ganzen Welt und sichert in Deutschland die niedrigste Jugendarbeitslosenquote in Europa. Erfahren Sie auf den folgenden Seiten mehr über unsere Motivation, die Jury und den Preis.

Warum die „Duale Ausbildung“ förderwürdig ist ...
Assessor Josef Tack, Vorsitzender des Kuratoriums der VerbundVolksbank OWL Stiftung und Mitglied der Jury des Förderpreises „Duale Ausbildung“

Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun“, hat Johann Wolfgang von Goethe einmal gesagt. In diesen Worten findet sich weitestgehend auch das Prinzip der dualen Ausbildung wieder. Die Kombination aus Wissen und Anwenden, aus theoretischem Unterricht und praktischer Anwendung im Betrieb, hat die duale Ausbildung zu einem Erfolgsmodell des deutschen Bildungswesens gemacht. Wer einen Ausbildungsabschluss in Deutschland erreicht hat, kann sich durchaus mit Jugendlichen anderer Länder messen, die dort ein Studium absolviert haben. Doch damit nicht genug: Eine Berufsausbildung ist abwechslungsreich und bietet praxisbezogene Einblicke in verschiedene  Arbeitsbereiche und Abteilungen eines Unternehmens. Von Beginn an verdienen junge Leute eine angemessene Ausbildungsvergütung und haben somit ihr eigenes Geld, was eine gewisse Unabhängigkeit bedeutet. Auch die Chancen, nach der Ausbildung im Ausbildungsbetrieb einen attraktiven Arbeitsplatz zu bekommen, stehen gut. Viele Unternehmen bilden aus, um Arbeitsplätze mit Fachkräften aus den eigenen Reihen zu besetzen.

Mehr als die Hälfte eines Altersjahrgangs beginnt eine Ausbildung in einem der rund 330 anerkannten Ausbildungsberufe. Die Jugendlichen werden unter anderem als Fachkräfte von Industrie, Handel, Dienstleistungsunternehmen, Handwerk, Landwirtschaft oder von den Freien Berufen ausgebildet. Nachdem viele Jahre Lehrstellen fehlten, gibt es heute mehr Ausbildungsangebote als Ausbildungssuchende. In den letzten Jahren konnten die Betriebe daher teilweise ihre Lehrstellen nicht besetzen. Immer mehr Schulabgänger ziehen heutzutage das Studium einer Ausbildung vor.

Um die duale Berufsausbildung wiederattraktiver zu machen, ist es wichtig, Veränderungen anzustoßen, um auch in Zukunft dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Mit dem neuen Förderpreis „Duale Ausbildung“ will die VerbundVolksbank OWL Stiftung junge Menschen für eine duale Ausbildung motivieren und den Wert dieses Karriereweges aufzeigen. „Sinn stiften und sinnvoll wachsen“ – unter diesem Leitgedanken engagiert sich die VerbundVolksbank OWL Stiftung für nachhaltige Projekte, Initiativen und Themen in der Heimat. Eine starke Region lebt nicht von der Wirtschaft allein. Ein intaktes Gemeinwesen gehört ebenso dazu wie das Bewahren von Tradition. In diesem Sinne fördert die Stiftung besonders nachhaltige Projekte in den Bereichen Kunst, Kultur, Sport, Wissenschaft und Forschung, Umwelt und Naturschutz, der Völkerverständigung, der Heimatpflege und Heimatkunde, Jugendhilfe, Altenhilfe, des öffentlichen Gesundheitswesens und des Wohlfahrtwesens. Ein wichtiger Aspekt der Stiftungsphilosophie ist es, die Ressourcen – Geld, Wissen und Zeit – auf ausgewählte Projekte zu konzentrieren. Im Vordergrund stehen daher in erster Linie langfristige Engagements. Genauso von Bedeutung, wenn nicht noch wichtiger, ist das Engagement für die Vereine und Institutionen in den Dörfern und Städten unseres Geschäftsgebietes.

Mit dem Förderpreis „Duale Ausbildung“ etablieren wir neben dem Förderpreis „Junge Kunst“ eine zweite Auszeichnung, die junge Leute fördert und fordert. In diesem Sinne freuen wir uns auf Ihre Bewerbung.

Der Weg und das Engagement des Einzelnen zählen ...
Dr. Ulrich Bittihn, Vorstandsvorsitzender der VerbundVolksbank OWL eG

Ist es wirklich ein Erfolg, wenn sich die Bildungspolitik für Rekordstände bei den Abiturienten-Zahlen feiert? Gibt es ein lohnenswertes Leben auch, ohne Jahre im Hörsaal zu verbringen? Verliert unsere Gesellschaft den Respekt vor den praktischen und technischen Fähigkeiten? Warum hat berufliche Bildung heute nicht denselben Wert wie eine akademische Laufbahn? Ende 2014 befanden sich in Nordrhein-Westfalen mehr als 300.000 junge Menschen in einer dualen Ausbildung. Nach Angaben des statistischen Landesamtes waren das 2,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Ein umgekehrtes Bild ergibt sich bei der Zahl der Studierenden an Fachhochschulen und Universitäten. Hier werden immer neue Rekordstände erreicht. Aktuell geht bereits über die Hälfte eines Abiturjahrgangs direkt auf die Hochschule. Im gleichen Zug suchen die Betriebe händeringend nach guten Auszubildenden. Zumindest an den Gymnasien werden diese weiterhin kaum zu finden sein. Über 80 Prozent der Gymnasialschüler wollen studieren, weitgehend unabhängig vom Bildungshintergrund der Eltern. Nur noch zehn Prozent interessieren sich für eine Berufsausbildung. Dies geht aus dem „SchulhofBarometer2014“, einer Online-Umfrage der auf Studienfinanzierung spezialisierten Deutschen Bildung AG, hervor. Das „Schulhof-Barometer“ hat darüber hinaus deutlich gemacht, dass Schülern die Entscheidungsfindung sehr schwerfällt. 40 Prozent wissen nicht, wie es nach der Schule für sie weitergeht. Ein Großteil gibt Probleme an, sich unter der Vielzahl der Möglichkeiten zu entscheiden. Bei über 16.000 Studiengängen allein in Deutschland und den vielfältigen Möglichkeiten, ein so genanntes Gap Year einzulegen oder ins Ausland zu gehen, verwundert dies kaum.

Es ist unbestreitbar, dass Bildung eine der wichtigsten Ressourcen der Zukunft ist – gerade in einer globalisierten Welt. Können wir es uns aber noch leisten, den Wert eines Studiums höher  anzusetzen als den einer dualen Ausbildung? Zumal auch die Anforderungen der dualen Ausbildung in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind. Fakt ist, dass es nicht die Unternehmer sind, denen es an Ausbildungsbereitschaft mangelt. Die duale Ausbildung hat zu Unrecht ein Image-Problem bei vielen jungen Leuten. Verantwortung dafür trägt die Gesellschaft, die praktische Fähigkeiten entwertet und den Abitur-Abschluss überhöht. Sicher schneidet Deutschland in den Statistiken der OECD, wenn es um den Anteil der Akademiker geht, schlechter als andere Staaten ab. So steigt in  den meisten OECD-Ländern der Anteil der 25- bis 34-Jährigen mit einem Abschluss auf Hochschulniveau kontinuierlich an. Der Durchschnitt liegt bei 38 Prozent. In Korea hat sich dieser Anteil sogar auf 65 Prozent, in Frankreich auf 43 Prozent und in Großbritannien auf 46 Prozent erhöht. Deutschland hingegen stagniert bei 26 Prozent. Vergessen wird bei diesen Zahlen, dass Deutschland über das einzigartige duale Ausbildungssystem verfügt, wofür uns viele andere Länder beneiden. Dieses beschert uns letztlich die niedrigste Jugendarbeitslosenquote in Europa und ist eine hervorragende Basis für einen individuellen Berufs- und Lebensweg.

Als Genossenschaftsbank stehen wir mitten in der Gesellschaft. Insofern bedeutet genossenschaftliches Handeln immer auch ein Stück weit, uns in die gesellschaftlichen Entwicklungen einzumischen. Mit unserem neuen Förderpreis „Duale Ausbildung“ ergänzen wir unser vielfältiges Engagement im Bereich Bildung, das vom Kindergarten bis zur Universität reicht. Zum einen wollen wir damit jungen Menschen Mut machen, ihren beruflichen Weg mit einer dualen Ausbildung zu beginnen. Genauso ist es unser Ziel, den Mittelstand unserer Wirtschaftsregion dabei zu unterstützen, Fachkräfte und damit Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Etwas, was uns als VerbundVolksbank OWL eG selbst antreibt. Insgesamt bilden wir mehr als 100 junge Menschen – Realschüler genauso wie Abiturienten – aus. Dies entspricht einer überdurchschnittlichen Ausbildungsquote von 13 Prozent. Unser Ausbildungsprogramm spiegelt die Vielfalt unserer Bank wider. Dazu gehören die Berufe „Bankkauffrau/-mann“, „Immobilienkauffrau/-mann“, „Fachinformatiker/-in für Anwendungsentwicklung“ sowie das duale Studium zum „Bachelor of Arts in Banking and Finance“. Mehr als 850 Mitarbeitern bieten wir einen sicheren und attraktiven Arbeitsplatz. Dabei legen wir großen Wert darauf, qualifizierte und engagierte Mitarbeiter langfristig an uns zu binden und über individuelle Weiterbildungen zu fördern.

Die wichtigste Botschaft unseres neuen Förderpreises aber lautet: Unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft brauchen nicht nur Akademiker und auch nicht nur die Praktiker. Gebraucht werden alle. Und jeder Abschluss hat seinen eigenen Wert. Studium und duale Ausbildung sollten nicht länger im Wettbewerb stehen, sondern sich sinnvoll ergänzen. Was unterm Strich zählt, sind der Weg und das Engagement des Einzelnen. Weil Noten allein nach unserer Auffassung nicht alles über einen Menschen sagen, haben wir die Vergabe des Förderpreises mit dem ehrenamtlichen Engagement verbunden. Denn eine starke Bürgergesellschaft fördert letztlich auch die Prosperität einer Wirtschaftsregion.  

Kriterien

Informationen zur Bewerbung um den Förderpreis „Duale Ausbildung“.

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Preisverleihung

Erfahren Sie hier mehr über die Vergabe des Förderpreises am 8. März 2016.

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Preisträger im Porträt

Interessante Geschichten über die Preisträger 2015.

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Preisträger im Überblick

Die Preisträger aus dem Jahr 2015.

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Jury

Erfahren Sie mehr über die Personen und Meinungen der fachkundigen Jury.

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Duale Ausbildung in Zahlen, Daten, Fakten

Wissenswertes zu einer Zukunftsidee mit Tradition.

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