„Wer sich heute noch auf Werte beruft, gilt oft als altmodisch und konservativ.“

Daniela Gottwald

Ihre Familie und die Arbeit in der Freiwilligen Feuerwehr Lage nehmen im Leben von Daniela Gottwald einen wichtigen Platz ein. In ihrer Familie findet sie Unterstützung, Rückhalt und Verständnis. „Sie hat mich zu dem gemacht, was ich bin, und sollte meines Erachtens für alle einen besonders hohen Wert haben“, sagt die Preisträgerin. In der Feuerwehr schätzt sie die gute Kameradschaft: „Ohne Teamarbeit kann kein Einsatz gelingen.“

Seit 15 Jahren ist die 24-Jährige Mitglied in der Löschgruppe Pottenhausen. Mit zehn hat sie ihr Ehrenamt entdeckt. Ihr Vater leitete damals die Jugendfeuerwehr. Auch sie ist heute in der Jugendfeuerwehr engagiert und bildet junge Leute aus. Die Liste ihrer Qualifikationen ist lang: Sie hat Ausbildungen in Erster Hilfe, als Brandschutz- und Evakuierungshelferin, als Sprechfunkerin und Jugendwartin sowie eine Truppmannausbildung.

Die Arbeit mit Kindern gefällt ihr. „Ursprünglich wollte ich Lehrerin werden. Diesen Wunsch habe ich jedoch nach meinem Praktikum an einer Grundschule schnell verworfen und mich für die Lebensmittelbranche entschieden“, berichtet Daniela Gottwald. In der Feuerwehr kann sie mit ihrer Arbeit bei den Jugendlichen etwas bewegen, sie von der Straße holen und ihnen zeigen, dass es auch einmal eine Stunde ohne PC oder Handy geht. „Es ist schön, wenn die Kinder sich freuen, mich zu sehen. Und wenn sie auch mal bereit sind etwas zu tun, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Diese Freude ist mehr wert als Geld.“ Aber auch die Arbeiten für die Allgemeinheit, die die Jugendfeuerwehr verrichtet, schätzt sie als besonders wertvoll ein. Dazu gehören zum Beispiel die Müllsammelaktion und das Reinigen von Gedenksteinen auf Friedhöfen.

Ehe, Treue, Ehrlichkeit und Vertrauen – diese Werte haben nach Meinung Gottwalds sehr an Bedeutung verloren. „Wer sich heute noch auf Werte beruft, gilt oft als altmodisch und konservativ“, sagt sie. „Ich verbinde mit dem Wort ‚Wert‘ vor allem moralische Werte, das heißt Respekt vor älteren Leuten, helfen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, Beziehungen zu pflegen und auch materielle Dinge schätzen zu wissen. Das heißt, nicht mutwillig das Eigentum anderer zu zerstören.“

Die Lagenserin hält nichts von der „Geiz-ist-Geil“-Mentalität, von günstigen Einkäufen in Billigmärkten, der Ausbeutung der Arbeiter im Ausland und auch nichts von minderwertigen Lebensmitteln. Letzteres ist der gelernten Fachkraft für Lebensmitteltechnik besonders wichtig. Während ihrer Ausbildung bei der Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG in Bielefeld lernte sie alles kennen, was im Umgang mit Lebensmitteln wichtig ist: von der technischen Verarbeitung über die entsprechenden Anlagen, die Qualitätssicherung bis hin zu den Grundlagen der Hygiene.

Die Lebensmitteltechnik hat sie während eines Praktikums am Gymnasium für sich entdeckt. Besonders interessant fand sie schon damals die guten Weiterbildungsmöglichkeiten ohne Studium im Bereich der Lebensmittelkontrolle.

„Die duale Ausbildung ist auf jeden Fall wichtig und sollte auch in Zukunft Bestand haben, damit man später nicht nur Theoretiker in den Führungsebenen hat, denn gerade in der Industrie und im Handwerk sind praktische Erfahrungen wichtig.“ Ihre Ausbildung hat Daniela Gottwald mit einem sehr guten Ergebnis abgeschlossen. Zurzeit besucht sie die Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. in Solingen und wird diese voraussichtlich im Sommer abschließen. Ihre Zukunft hat sie fest im Blick: „In den nächsten Jahren möchte ich in der Lebensmittelbranche im mittleren Management arbeiten. Wenn möglich, würde ich gerne auch meinen Ausbilderschein praktisch anwenden und mein Wissen an junge Leute weitergeben.“