„Herzen brechen“

Überzeugte die Jury mit seinen bildhauerischen Meisterwerken: Sascha Grewe

Sascha Grewe ist einer von vier Gewinnern des Förderpreises „Junge Kunst“, den die Volksbank jährlich vergibt. Die Jury hat er unter anderem mit der Kettensäge und seinem bildhauerischen Werk „Dunkle Seele“ beeindruckt.

Kann Kunst Herzen brechen? Die Herzen der Jurymitglieder hat Sascha Grewe zumindest tief bewegt. Mit seinem Können überzeugte und beeindruckte der 26-jährige Künstler im vergangenen Jahr beim Förderpreis „Junge Kunst“. Tischler, Bildhauer, Innenarchitekt, Designer, Fotograf und Filmemacher – Sascha Grewe ist ein echtes Multitalent. Klar, dass er auch gleich zwei Bewerbungen zum Förderpreis einreichte, nämlich in den Sparten Bildhauerei und Fotografie. Überzeugt hat er auf der ganzen Linie. Einerseits mit seiner handwerklichen Fertigkeit und mit technischem Know-how, anderseits mit seinem Sinn für spielerische Leichtigkeit, mit formschöner Ästhetik und pfiffigen Ideen.

Sascha Grewe ist kein Phantast, sondern verfolgt konkrete berufliche Ziele: Schon während der Schulzeit interessierte er sich für Design und Kunst. Nach der Fachhochschulreife erlernte er zunächst ein solides Handwerk und absolvierte eine Tischlerlehre. Grewe spricht von einem ungeheuren „Wissensdurst“, den er damals bereits in sich verspürt habe. Er hatte Glück und fand einen Lehrmeister, der, selbst Mitglied im Kunstverein, ihn nachhaltig in Sachen freier Kunst unterstützte. Nach der Lehre studierte Sascha Grewe Innenarchitektur an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Detmold und sattelte auf sein erfolgreich abgeschlossenes Bachelorstudium noch einen „Master“ auf. „Ich möchte so viel mitnehmen wie es geht, um auch qualitativ hochwertige Arbeit abliefern zu können“, sagt der junge Künstler.

Sascha Grewes Arbeiten sind bereits vielfach ausgezeichnet worden. 2009 landete er beispielsweise auf dem ersten Platz beim Gestaltungswettbewerb des Vorplatzes der St. Nicolai-Kirche in Lemgo. Nicht nur künstlerisch ist er erfolgreich, sondern auch seit 2003 glücklich verheiratet und stolzer Vater. Ein Multitalent eben. Er saugt alles in sich auf, experimentiert mit unterschiedlichen Materialien wie Papier, Filz, Holz oder Beton. „Wenn man nur macht, was man schon kann, kommt man nicht weiter“, lautet das Motto von Sascha Grewe.

Und weiter kommen will er. Den Auslöser zu den freien Künsten lieferte ihm ein Katalog, in dem ihn Klötze aus Holz faszinierten, und eine Kettensäge, gesponsert von seinem Großvater. Brachiales, archaisches Handwerk und filigrane Formschönheit – genau diese Kontraste reizen ihn und zeichnen ihn aus. Mit viel Witz und Phantasie errichtet er echte „Hingucker“, wie zum Beispiel eine überdimensionierte Schraube. Dabei greift er ausgerechnet den alltäglichsten der Gebrauchsgegenstände eines Handwerkers auf und erhöht ihn zu einem „schiefen“ Denkmal. Eine Schraube an sich ist in nahezu allen Räumen zugegen; hartes Eisen vergräbt sich in weiches Holz, ihre Materialität hingegen bleibt versteckt, verblendet, unsichtbar. Sascha Grewe rückt die Schraube in ein neues Licht. Buchstäblich hervorgehoben aus dem Dunkeln, offenbart die Windung der Schraube ihre ästhetische Brillanz – von ihm herausgearbeitet alleine mit der Kettensäge.

Ob als Bildhauer oder als Designer: Der Künstler hat sich dem Holz verschrieben. Mit seinem bildhauerischen Meisterwerk „Dunkle Seele“ entstand ein ästhetisches, weiches Kugelwunder mit der Kettensäge. „Die Spitze der Säge führe ich direkt in das Holz ein“, erklärt Sascha Grewe und ist sich dabei immer der Gefahr bewusst, dass das Kettenblatt blitzartig aufrollen und zurückschnellen kann. Was so glatt, formschön und spielerisch bei ihm wirkt, basiert auf einem großen handwerklichen Können, einem hohen Maß an Konzentration und Reflexion. Ein falscher Ansatz oder ein leichtes Abrutschen genügen und das Werk ist unwiderruflich dahin.

Sascha Grewes Traum ist ein Designstudio, in dem sich viele Künstler und Künste vereinen und von wo aus er seinen eigenen künstlerischen Weg bestreiten kann. Mit der Verleihung des Förderpreises für „Junge Kunst 2009“ hat die Volksbank diesen „Traum“ sinnvoll unterstützt, damit durch seine Kunstwerke noch viele Herzen gebrochen werden können. Mehr über Sascha Grewe und seine Kunst erfahren Sie unter: www.artcanbreakyourheart.de.